Mir ist es wichtig eine Politik zu betreiben, die den Menschen, mit allem Schönen und allen Herausforderungen im Blick hat und mich für die Teilhabe in unserer Gesellschaft einzusetzen.
Mein Herzensprojekt
Neue Perspektiven auf opfer-täter-Dynamiken
Diese sechsteilige Reihe widmet sich einem Thema, das unser persönliches, gemeinschaftliches und gesellschaftliches Leben tief prägt: Vergebung.
Oft wird sie als moralische Pflicht oder als einfacher Schritt zu innerem Frieden dargestellt. Doch Vergebung ist weit komplexer – und gerade dort herausfordernd, wo Schuld, Verletzung und Machtgefälle eine tiefgreifende Dynamik entfalten. Oftmals begegnen wir der Vorstellung, dass Vergebung ein Zeichen von Stärke oder Reife sei. Gleichzeitig stehen Menschen, die nicht oder noch nicht vergeben können, unter dem Verdacht der Härte, des Mangels an Glauben oder der inneren Unfähigkeit. Diese moralische Aufladung führt dazu, dass Vergebung häufig mit einem inneren Druck in Verbindung steht.
Doch auch Täter:innen stehen vor Herausforderungen. Die Last der Schuld kann schwer wiegen, von Scham, Abwehr oder Verdrängung begleitet sein und den Weg zurück in ein verantwortungsvolles Leben erschweren.
Für Justiz und Öffentlichkeit stellen sich dabei grundlegende Fragen: Welche Rolle kann oder darf Vergebung in diesem Kontext spielen? Wie würdigen wir Betroffene, ohne dabei Täter:innen ganz abzuschreiben? Und wie lassen sich Verantwortung, Gerechtigkeit und mögliche Heilungsprozesse miteinander in Beziehung setzen?